Kirche St. Anton

Zur Geschichte von St. Anton:
Die Bauzeit dieser Kirche fällt in die Jahre vor 1432.
Sie ist also älter als die Stadtpfarrkirche St. Johannes in Dingolfing. St.Anton war immer eine Filialkirche der Pfarrei St. Johannes und wurde von Alters her “St. Anton am Achrain in Höll”, oder auch “Siechenkirche” genannt. Nachdem das Gebiet links des Längenmühlbachs der neuen Pfarrei St. Josef zugeordnet wurde, kam St. Anton als Filialkirche in die Pfarrei St. Josef.Ihre Entstehung verdankt sie aller Wahrscheinlichkeit nach einem frommen Gelöbnis, das unsere Vorfahren in Zeiten schwerer Not und Heimsuchung gemacht haben. Das Antonius- oder Höllfeuer war eine rotlaufartige, epidemisch auftretende Krankheit, die Menschen und Tiere, besonders auch Schweine erfasste.Vor der Erweiterung 1895 war das Kirchengebäude in Sichtziegelbauweise gehalten. Ein geputzter Dachfries umzog den Bau, an den sich der Chor ohne Einziehung ins Langhaus anschloss. Südlich am Langhaus war die Sakristei unter einem Pultdach angebaut. Der ehemalige Westturm zeigte Ähnlichkeit mit dem Kirchturm von St. Leonhard in Oberdingolfing. Nachdem der Holzdachstuhl des alten achtseitigen Turmes stark baufällig geworden war, hat man ihn 1768 durch eine Kuppelkonstruktion ersetzt, die mit Scharschindeln abgedeckt wurden. Als 1804 die Franziskaner Kirche (St. Oswald) nach Aufhebung des ehemaligen Klosters im Zuge der Säkularisation abgerissen wurde, erwarb man die mit Blech gedeckte Turmkuppel für St. Anton. Im Jahre 1855 entfernte man die Turmkuppel wieder und krönte den Bau dafür mit einem achteckigen Helm. 1837 mußte der Friedhof wegen zunehmender Bevölkerung erweitert werden.

Kirche heute:
Das spätgotische Netzgewölbe im Chorraum ruht auf profilierten Wandkonsolen. Der Chor blieb bei den Erweiterungsbauten 1895 als einziges erhalten. Der spitze Chorbogen hat Fasen und Kehlen. Auch das um 1700 entstandene Chorgestühl der Franziskaner mit gedrehten Säulchen und Akanthusschnitzwerk kam nach Auflösung des Franziskanerklosters und des Abbruchs der Klosterkirche St. Oswald in die Antoniuskirche, ebenso die Wangen der Kirchenbänke.Von der ursprünglichen Innenausstattung sind keine Aufzeichnungen vorhanden. Es dürfte vermutlich eine spätgotische Ausstattung mit einem Schreinaltar gewesen sein. Aus diesem Schreinaltar stammt auch wahrscheinlich die Plastik des hl.Antonius, in der rechten Hand ein offenes Buch und zu seinen Füßen ein Schwein. Eine sehr gute Arbeit der Landshuter Schule aus der Zeit von 1550.Eine Umgestaltung erfuhr die Kirche in der Barockzeit – es wurden drei Altäre erstellt. Joseph Sixt beschreibt in seiner Stadtgeschichte die Altäre wie folgt: Der Hauptaltar ist dem Patron der Aussätzigen und Patriarchen St. Antonius dem Einsiedler geweiht (Ölbild), der von den Statuen St. Florian, St. Andreas und zwei großen Engelsfiguren umgeben ist. Im Jahre 1787 wurde eine neue Kanzel errichtet. 1821 hat der Dingolfinger Maler Anton Simon den Hauptaltar zum Preis von 120 Gulden renoviert. Die beiden Seitenaltäre waren Mariä Heimsuchung und St. Wendelin geweiht und wurden 1820 zusammen mit der Kanzel neu gefasst. Ein Ölgemälde mit dem Bildnis Mariä Heimsuchung befand sich ursprünglich in einem der beiden Seitenaltäre, die 1784 erneuert wurden. Heute findet man das Bildnis an der rechten Seite der Kirche.

Ihr heutiges Aussehen trägt die Antoniuskirche seit der Erweiterung im Jahr 1895. Bei dieser Baumaßnahme wurde das Langhaus und der Turm niedergelegt – der Chor blieb stehen. Im Zuge dieser Erweiterung versetzte man den Turm an die Südseite des ebenfalls neu aufgebauten Langhauses. Turm und Langhaus wurden im neugotischen Stil errichtet. Im Langhaus wurde eine Flachdecke eingezogen. Gleichzeitig wurde die Innenausstattung – ebenfalls im neugotischen Stil – erneuert. Der Hauptaltar ist wieder dem hl. Antonius dem Einsiedler geweiht. Zu seiner Rechten ist der hl. Wendelin abgebildet, zu seiner Linken der hl. Augustinus. Der linke Seitenaltar zeigt eine Plastik der hl. Maria, im rechten Seitenaltar eine Plastik mit einer Herz-Jesu-Darstellung. In der Predella des Hauptaltars sind Reliefs zu sehen, die aus dem Leben der hl.Maria berichten.

Seit der Generalsanierung in den Jahren 2002 bis 2004 strahlt die Kirche St. Anton wieder in neuem Glanz.